Museum der Fernmeldetruppe des
Königlich-Niederländischen Heeres
Ausser an öffentlichen Feiertagen geöffnet an jedem Mittwoch
und Donnerstag von 13.30 - 16.30 Uhr
Telefon: 0318-681306
Elias Beeckmankazerne,
Nieuwe Kazernelaan 10
Postfach: 9012,
6710 HC EDE
Einleitung
Die Sammlung von alten Fernemeldegeräten, Dokumentationen und Fotografien
etc. begann im Jahr 1965.
1969 wurde ein kleines Museum eröffnet. In den nachfolgenden Jahren
wurde die dann bereits umfangreiche Sammlung erweitert und im Jahr 1982
in das jetzige Gebäude verlegt.
Zweck
Zweck des Museums ist es, einen Überblick über die Entwicklung
des (militärischen) Fernmeldewesens im Verlauf der Jahrhunderte und
vor allem der Fernmeldetruppe des Königlich-Niederländischen
Heeres seit ihrer Aufstellung im Jahr 1872 zu geben.
Dokumentationsmaterial
Die Museumsbibliothek enthält fast 6000 technische Handbücher
und Bedienungsanleitungen sowie historische Bücher.
Das Wappen der Fernmeldetruppe des Königlich-Niederländischen
Heeres wird gebildet von einem Pionierhelm (Wappen der Pioniertruppe vor
dem Krieg und heute) und Blitzstrahlen (Abzeichen der Tastfunker von 1874
bis 1940).
DIE SAMMLUNG
Ostflügel
Gerät, Uniformen etc. sind grösstenteils in chronologischer
Reihenfolge angeordnet. Ein Teil des Geräts ist funktionstüchtig
und kann von den Besuchern bedient werden.
Die Ziffern beziehen sich auf die o.a. Skizze
1. Sammlung von Abzeichen und Kennzeichen der Fernmeldetruppe des
Königlich Niederländischen
Heeres von 1874 - 2000.
Sammlung ausländischer Fernmeldeabzeichen: Die meisten Fernmeldetruppen
verwenden Blitzstrahlen, Fackeln, Signalflaggen etc. für ihre Wappen;
die Britische Königliche Fernmeldetruppe und die der ehemaligen britischen
Kolonien und Dominions haben Merkur, den Götterboten, in ihren Wappen.
2. Gesellschaftsanzüge vor dem Zweiten Weltkrieg
3. Optische Telegrafen
Vor der Erfindung des elektromagnetischen Telegrafen wurden Fernmeldeverbindungen
mit optischen Mitteln hergestellt. Ausgestellt sind Modelle französischer
(1793-1830) und niederländischer (1831) Systeme. Das letzte wurde
zwischen Den Haag und Antwerpen während des belgischen Aufstandes
und bis 1839 zur Übermittlung von Meldungen zwischen Den Haag und
dem Marinestützpunkt in Flushing eingesetzt.
4. Periode 1840 - 1914
Nachbildung eines Wheatstone-Telegrafen: Dieser Typ wurde einige
Jahre von der "Niederländischen Eisenbahngesellschaft" um 1840 verwendet.
Hughes-Schreibtelegraf: Verwendet vom Staatlichen Telegrafendienst
von 1870 bis 1947.
Eine begrenzte Zahl stand zur Verfügung und wurde von der Fernmeldetruppe
während der Mobilmachung 1914 - 1918 eingesetzt.
Das Diorama zeigt, wie eine Telegrafenleitung 1847 hergestellt wurde.
5. Das Telefon,
(Graham Bell, 1876) wurde im Jahr 1880 in die Fernmeldetruppe eingeführt.
Neben dem Soldat, der die Leitungsverlegeausrüstung trägt, steht
ein Flaggensignalwärter aus dem Jahr 1915 in graugrüner Uniform,
die in diesem Jahr eingeführt wurde.
6. Periode 1914 - 1918
Hauptausstellungsstücke: Funksender und -empfänger (1915)
für Ausbildungszwecke bei der Königlichen Militärakademie;
Morsetelegrafen, Feldtelefone, eine Britische Schützengrabenschaltzentrale
mit Sender, mehrere Modelle deutscher Funkgeräte und massstabsgerechte
Modelle Niederländischer Langstrecken- funkstellen.
7. Festungstelegrafie.
Seit dem 16. Jahrundert wurde die Verteidigung Hollands auf der Grundlage
von "Überschwemmungslinien" aufgebaut; hinter diesen Linien wurden
Befestigungen errichtet. Um 1900 wurden alle Befestigungen an das
Staatliche Telegrafensystem angeschlossen.
8. Sammlung von Elektronenröhren
9. Periode 1939 - 1940
Das Fernmeldegerät ist noch ziemlich einfach und nicht für
die moderne Kriegführung geeignet. Mitte der Dreissiger Jahre wurde
damit begonnen (zu spät), neues Gerät einzuführen. Ein gutes
Beispiel ist das Sprechfunkgerät des Niederländischen Herstellers
NSF, bei dem eine Richtantenne eingesetzt wurde und das mit einer (für
damals sehr hohen) Frequenz von 200 MHz arbeitete.
10. Der pferdegezogene Fernmeldegerätewagen
(1920, und noch im Jahr 1940 eingesetzt) ist eine langfristige Leihgabe
des Heeresmuseums.
11. Periode 1945 - 1950
Das von der Fernmeldetruppe in den ersten Nachkriegsjahren benutzte
Gerät war vornehmlich Britischen und Kanadischen Ursprungs. Ein immer
noch berühmtes Beispiel ist das Funkgerät Nr. 19.
12. Telefone und Vermittlungsschränke
Die gezeigten sind Britische (bis 1951) und Amerikanische Fabrikate.
Eine automatische Vermittlungsanlage aus der Vorkriegszeit ist betriebsbereit
und der Besucher kann hören und sehen, wie eine Verbindung hergestellt
wird.
13. Fernschreiber-Abteilung
Die Besucher können Lochstreifen stanzen und mit Hilfe automatischer
Sender diese Lochstreifen ausdrucken.
14. SCR-399 in einer Kabine
Ein grosses Ausstellungsstück ist der amerikanische 400-Watt-Sender
SCR-399 in einer Kabine, der für Weitverkehrsverbindungen eingesetzt
wurde (1951 - 1960).
15. Nach 1950
(Gründung der NATO) war das Fernmeldegerät zunächst
Amerikanischen Ursprungs. Eine ganze Serie von Funkempfängern und
-sendern zeigt, welches Gerät bis zum Jahr 2000 eingesetzt wurde.
16. Niederländisch Ostindien 1945 - 1950.
Zwei Dvisionsfernmeldeverbände und 7 Brigadefernmeldeeinheiten
wurden nach Niederländisch Ostindien verlegt. Die verwendeten
Geräte waren hauptsächliche britische Fabrikate.
17. Mehrere Modelle von Messgeräten, die bei der Fernmeldetruppe
im Einsatz sind.
18. Die Ausbildung im Aufbau von Dauerverbindungen
wurde um 1955 eingestellt. Richtfunk ersetzte die Weitverkehrsverbindungen.
Meldefahrer (in Uniform aus dem Jahr 1945) sind immer noch ein wichtiges
Kommunikationsmittel.
19. Museums-Shop
Die SAMMLUNG
Westflügel
20. Rotterdam am 10. und 11. Mai 1940
Die Kämpfe in Rotterdam stellen einen wichtigen Abschnitt in der
Geschichte der Fernmeldetruppe des Königlich-Niederländischen
Heeres dar. Das Fernmeldeausbildungsbataillon wurde als Infanterieverband
eingesetzt, um gegen die deutschen Truppen zu kämpfen, die das Nordufer
der Meuse besetzt hatten. Sowohl die Karte als auch die Fotografien, die
vor und nach der Bombardierung der Stadt angefertigt wurden, zeigen, wo
Fernmelder eingesetzt waren.
21. Fernmeldedenkmal
Im Jahre 1960 bot Rotterdam einen der Steinlöwen der abgerissenen
"Vier Löwen-Brücke" dem Regiment als Dank an. Dieser "Regimentslöwe"
bild jetzt den Mittelpunkt des Fernmeldedenkmals.
22. Regimentsfahnen
Die Regimentsfahne mit der Inschrift "Rotterdam 1940" wurde dem Regiment
von Ihrer Majestät Königin Juliane im Jahre 1974 verliehen.
23. Die Heeresfeldpost
wurde während des Belgischen Aufstandes im Jahr 1830 eingerichtet,
als die Truppen in den Süden des Landes verlegt wurden. Neben dem
"Kondukteur" ist eine Marketenderin zu sehen, die die Truppen auf Übungen
begleitete.
24. Feldpoststelle 1940
25. KNIL
(Königlich-Niederländisches Heer Ostindien) Fernmeldetruppe.
Die holzgeschnitzten Figuren zeigen KNI-Fernmelder um 1930.
26. Spezialfunkausrüstung
Das in einem kleinen Koffer "versteckte" Funkgerät wurde von aus
der Luft über den besetzten Niederlanden abgesetzten, alliierten Agenten
benutzt, um Meldungen nach London zu übermitteln.
27. Territoriales Tefefonsystem
Zu sehen sind die letzten mechanischen, automatischen Telefonvermittlungen,
mehrere Ton- und mpulstelefone, die Handvermittlung von Philips aus dem
Jahr 1948 und eine OMEC (militärische Notvermittlung).
28. Dieser Teil des Museums
ist dem ehemaligen "Vrouwen Hulp Korps (VHK)" (Frauenhilfskorps) gewidmet.
Das VHK wurde während des Zweiten Weltkrieges in England gegründet.
29. Verschlüsselung
Ausgestellt sind Off-Line-Verschlüsselungsgerät (Hagelin)
und die bei Fernschreibverbindungen eingesetzten On-line-Einrichtungen.
Das Deutsche Codierungsgerät "Enigma" aus dem Zweiten Weltkrieg stellt
ein besonderes Ausstellungsstück in diesem Bereich des Museums dar.
30. Troposcattergerät
wurde von 1970 bis 1990 als ein 15-Kanal- Kommunikationsmittel zwischen
dem GHQ in Den Haag und dem in Norddeutschland befindlichen 1. Korps eingesetzt.
31. Funkpeilgerät.
1951 wurden von der Fernmeldeaufklärungs- und Sicherheitskompanie
relativ einfache Funkpeilgeräte eingesetzt. Seit dem sind neue und
moderne Geräte wiederholt eingeführt worden.
32. Satellitenfernmeldeverkehr
Die zwei ausgestellten Anlagen wurden vom 1. (NL) UN-FmBn in Jugoslawien
benutzt (1992-1994). Beide (analoge) Typen wurden inzwischen durch modernere
(digitale) Systeme ersetzt.
33. Uniformen von 1945 - 1994
Im Jahr 1945 waren die Uniformen des Königlich-Niederländischen
Heeres identisch mit denen des Britischen Heeres. Um 1960 wurden zweifarbige
Uniformen und ein neuer Kampfanzug eingeführt. Besondere erkennungszeichen
befanden sich auf der Uniform eines weiblichen ADC (Begleitoffizier) (Major
der Fernmeldetruppe) Ihrer Mjestät der Königin.
34. Richtfunk
Richtfunk kam erstmalig bei der Fernmeldetruppe im Jahr 1952 zum Einsatz:
das Amerikanische AN/TRC-1 mit dem sehr schweren 4-Kanal-Träger
frequenzgerät(CF-1).
Später wurden Deutsche Richtfunksysteme und 12-Kanal-Trägerfrequenzgeräte
verwendet.
Moderne Richtfunkanlagen verfügen über 64-Kanal-Multiplexeinrichtungen.
35. Friedenserhaltende Einsätze
Fernmeldeeinheiten - von kleineren Truppenteilen (Funkverbindung in
die Niederlande und eine Feldpoststelle) bis zu einem ganzen Fernmeldebataillon
- wurden in verschiedene Standorte innerhalb und ausserhalb Europas verlegt.
Die orangefarbenen Fahnen gehörten zum 1. (NL) UN-FmBn und 101. Korpsfernmelderegiment.
36. Ausbildungsgerät für Funkmechaniker
Mit diesem System können verschiedene Arten von Funkempfängern
und -sendern zur Ausbildung von Funkmechanikern zusammengesetzt werden.
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